Tantra to the People

Tantra – der Pfad der Begierde

Mein Ansinnen ist es, tantrische Meditationspraktiken jenen Menschen näher zu bringen, die damit etwas anfangen können und denken, dass sie ihnen nützen würden.

Mural Lukhang Temple

Worum geht es?
Es geht um die Befreiung vom Leiden und von den Ursachen des Leidens. Die Wurzeln des Leidens liegen in unseren Gewohnheiten von Ignoranz, Hass, Stolz, Begierde und Eifersucht.
Du fragst dich vielleicht, wie kann denn Begierde nützlich sein, wenn sie doch auch eine Quelle des Leidens ist? Das ist eben die Spezialität des Tantra, diese Emotion als Mittel zur Transformation zu verwenden.

Wie geht das?
Grundsätzlich ist der Angang des Tantra, Glückseligkeitsgewahrsein zu kultivieren, also ein fortwährendes Erleben von Verbundenheit und Glückseligkeit. Das Leuchten der Welt und ihrer Wesen wahrzunehmen und das Grundgute allenthalben zu erleben.

Was können wir tun?
Im Tantra dienen alle Handlungen, Meditationen, Yogas und Rituale dazu, die leidbringenden Emotionen in Glückseligkeitsgewahrsein umzuwandeln. Ein reiches und buntes Portfolio von seit Jahrhunderten erprobten Methoden steht uns zur Verfügung, um unseren betrüblichen Zustand in einen erfreulichen zu verwandeln. Das menschliche Leiden ist zeitlos und daher sind auch die Meditationswerkzeuge nach wie vor wirksam, die Yoginis* vor langer Zeit ersannen.

Was ist das Thema?
Buddhistisches Tantra in den Traditionen der Nyingma und Bön.

Woher stammt Tantra?
Ich habe zwei Texte zu Tantra geschrieben, in denen ich dessen Historie und Systematik beschreibe:
1 Sich selbst und die Welt verbrennen (Text pdf)(Audio mp3)
2 Mit einem Orgasmus sterben – jedoch nicht der kleine Tod (Text pdf)(Audio mp3)
Bön ist die indigene Religion Tibets.
Nyingma ist die älteste Schule des tibetischen Buddhismus.
Beide, Bön und Nyingma, haben sehr ähnliche Methoden, wie beispielsweise Tantra und Dzogchen; auch gibt es Chöd-Praktiken in beiden Linien.

Was kann ich vermitteln?
In der Nyingma-Schule des Buddhismus werden neun Fahrzeuge, das sind Wege, die man zur Selbstbefreiung beschreiten kann, beschrieben. Die ersten drei sind Pfade der Entsagung und werden Sutrayana genannt. Dann beginnt das Tantrayana (Tantrafahrzeug) mit sechs Pfaden, von denen die ersten drei Wege der Reinigung sind (äußere Tantras). Dann kommen die drei hohen Tantraklassen, die Wege der Transformation aufzeigen, diese werden auch die inneren Tantras genannt. Letztere sind meine Domäne. Sie beinhalten kraftvolle Methoden der Umwandlung.

Warum nicht die anderen Tantraklassen?
Die meisten Menschen in unserem Kulturraum haben bereits eine ausführliche Prägung in Angelegenheiten von Sauberkeit, Moral, Genauigkeit und Leistung erhalten. Nun könnte es darum gehen, sich neue Freiräume zu erschaffen und sich sehr direkt mit den Wurzeln des Leidens auseinanderzusetzen.
Mir persönlich bereiten die Praktiken der inneren Tantraklassen mehr Spass und Freude, als Übungen in Vermeidung, Reinheit und der rechten Moral. Und dadurch sind sie für mich wirkungsvoll. Ich brauche die Liebe zu den Wesen nicht einzuüben, denn ich liebe sie einfach. Und für die Momente, in denen ich die Liebe vergesse, habe ich kraftvolle tantrische Praktiken, die durch ihre Strahlungskraft meine Begeisterung wieder befeuern.
Erwähnen möchte ich noch, dass ich die anderen Pfade kenne und zum Teil selbst geübt habe.
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Was ist Tantra nicht?


Yogische Tradition
Ich stehe in der yogischen Tradition der nicht zölibatär lebenden Ngakmas und Ngakpas; das sind ordinierte Praktizierende und diese werden auch die weiße Sangha genannt (wobei Nonnen und Mönche die rote Sangha darstellen). In dieser Traditionslinie geht es darum, die Meditationspraxis mit dem Alltag verschmelzen zu lassen und keine Aufspaltung zu erzeugen in ein weltliches und ein geistliches Leben. Alles was erscheint ist willkommen. Freunde, Partnerinnen*, Kinder, Familie, Arbeit, Sex, Kunst, und so weiter – alles kann dazugehören.
So ist dieser tantrische Zugang alltagstauglich.

Methoden
Die tantrischen Methoden sind vielfältig. Sie reichen von Mantras, über äußere und innere Körperübungen, Visualisationen bis zum völlig konzeptfreien direkten Schauen. Auch Instrumente wie Dhamaru (eine Doppeltrommel), Glocke und Khangling (Knochentrompete) können den Gesang begleiten und manchmal wird mit Rolmos (Becken) gescheppert. Räuchern und Feuer hat auch seinen Platz. Eigentlich braucht man nichts, außer dem eigenen Körper, doch mich erfreuen auch Rituale mit dem üppigen Einsatz von Paraphernalia.

Der Yogi und die Yogini müssen immer tanzen und singen
Das ist ein Zitat aus dem Hevajra Tantra (8. Jahrhundert). Es ist ein Hinweis auf die spontane Kreativität, die der Lebensausdruck der Yogins ist. Unser Körper bewegt sich im Tanz mit dem weiten Raum und der Gesang ist das Mantra unserer Gottheit. So bewegen wir uns im andauernden Tanz durch die Welt, ob es von außen sichtbar ist oder nicht.

Übertragungen
Tantra funktioniert und lebt durch die Weitergabe und das Übertragen von einem Menschen auf den anderen. Im Kern wird die Möglichkeit weitergegeben, die Luminosität und Unsolidität des Daseins zu erkennen und zu erleben. Das kann sehr direkt geschehen oder mittels Mantras, Ritualen, Meditationsanweisungen und Einweihungen in Tantras (Konvolute von Texten) und Yidams (Meditationsgottheiten).
So entsteht eine lebendige Traditionslinie, in der Praktiken und Erfahrungen über lange Zeiträume weitergegeben werden.

Meine Übertragungen
Selbst habe ich diverse Übertragungen von Yogis und Linienhaltern bekommen. Bei Interesse würde ich Dir im persönlichen Gespräch davon erzählen.
Ich begann anfangs damit, mich umfänglich in der Praxis des Vajrakilaya zu bilden. Daraus erwuchs meine Liebe zu den Göttinnen Kurukulle, Throma Nagmo und Vajrayogini. Meine Leidenschaft und Verehrung gehört Machig Labdrön, der Begründerin der Chöd-Tradition. Dieser Yogini, die vor etwa 1000 Jahren lebte, bin ich zutiefst dankbar für das Chöd, die Lehre vom Abschneiden der schlechten Gewohnheiten.

Meine Erfahrungen und Praxis
In Meditations- und Ritualpraktiken übe ich mich seit den 1980er Jahren in unterschiedlichsten Kontexten.
In die Wurzeln des Leidens habe ich mittels psychoanalytischer Selbsterfahrung tiefe Einblicke erhalten.
Die Innenwelt ist mir so vertraut wie meine Umgebung.
Kunst (Butoh und Performancekunst) ist die Essenz meines kreativen Ausdrucks.
Dämonen esse ich zum Frühstück oder sie mich (Befreiung der Dämonen als Dolchführer [Dorje Phurba] oder Selbstopfer im Chöd-Ritual).
Als IT-Spezialist bin ich vernetzt und das Internet ist auch meine Heimat.
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Wo?
Von Zeit zu Zeit werde ich zu gemeinsamen Meditationstreffen an verschiedene Orte einladen, die zumeist keine buddhistischen Meditationszentren sind. Ein Praktizieren an unterschiedlichen Orten kann dabei helfen, die Erfahrungen und die erlernten Aktivitäten nicht als getrennt vom eigenen Alltag zu erleben, sondern sie ins eigenen Leben zu integrieren – egal, wo man sich befindet.

Wie?
Wir werden ebenbürtig miteinander sein. Wir können uns als Gemeinschaft von Yogis und Yoginis begreifen, von denen einige hier und andere dort Erfahrungen einbringen. Selbst sehe ich mich als Yogin, der aus einem reichen Schatz an Praxiserfahrungen und Übertragungen schöpft und manchem ein hilfreicher Begleiter sein kann.

Videos und Audios
Hier findest Du einige Aufzeichnungen von mir zu Mantra- und Ritualpraxis:
https://maltebrammer.de/tantra.html

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Wer bin ich?
Mein Name ist Malte Brammer.
Hier gelangst Du zu meiner Webseite, die über mich als Künstler informiert: Malte

Diese Webseite wird hin und wieder bearbeitet.

Die Abbildungen sind Teile von Wandgemälden aus Dzongyab Lukhang und stammen aus Wikimedia und sind nach Creative Commons Attribution 4.0 lizenziert.

Editiert: 20260505